SV Neufraunhofen

Der SV Neufraunhofen ist Meister der Kreisliga Donau/Laaber in der Saison 2021/2022 – Foto: Anton Maier.

Mitten im Umbruch Meister geworden

Corona brachte den Abstieg - Dann begann eine sagenhafte Saison des SVN

Der SV Neufraunhofen hat den Meistertitel 2022 in der Kreisliga Donau/Laaber geholt und kehrt nach nur einem Jahr zurück auf die Bezirksbühne. Der kleine Verein aus dem Südwesten Niederbayerns musste in der Corona-Spielzeit 2019/21 aufgrund der damals angewandten Quotientenregelung den bitteren Gang in die Kreisliga einstecken und hat sich in einer Saison mit Höhen und Tiefen am Ende verdient die Krone aufgesetzt.

Dabei war der direkte Wiederaufstieg eigentlich nicht das erklärte Saisonziel beim SVN. Während der Pandemie stellte sich der Verein in der Führung neu auf und verjüngte sich auf und neben dem Platz. Der 31-jährige Goalgetter Michael Gerauer löste Georg Holzner nach neun Jahren als ersten Vorstand ab und Sturmtank Michael Koller (30 Jahre) übernahm den Posten des Abteilungsleiters Fußball von Oskar Schall. Um sich trotzdem auf die eigene sportliche Leistung konzentrieren zu können, installierte man mit Claus Riedi einen waschechten Neufraunhofener als Sportlichen Leiter. In dieser neugeschaffenen Funktion sollte er als Bindeglied zwischen Vereinsführung und Trainerstab agieren, wo ebenfalls ein neues Duo die Geschicke der ersten Mannschaft lenkte. Der neue Cheftrainer Alexander Auhagen bekam dabei den spielenden Co-Trainer Daniel „Timex“ Treimer, der lange Jahre höherklassig spielte, an die Seite gestellt.

Kapitän Thomas Huber hievt die Meisterschale unter großem Jubel in den Tiefenbacher Himmel.

Von Anfang an schrieb man sich nun auf die Fahne, junge Talente aus dem eigenen Verein nach und nach in den Kader zu integrieren. Rückschläge wurden dabei im Sinne der Weiterentwicklung in Kauf genommen. Das zeigte auch das erste Saisonspiel, das beim SC Kirchdorf trotz ordentlicher Leistung mit 2:0 verloren wurde. „Wenn ich auf das erste und das letzte Spiel der Saison zurückblicke, sehe ich zwei unterschiedliche Mannschaften“, lobt Trainer Alexander Auhagen die Weiterentwicklung seines Teams während der Saison. Schon eine Woche nach der Auftaktniederlage startete man eine Serie mit acht Siegen und einem Unentschieden, bei der die späteren Meisterschaftskonkurrenten TV Schierling (1:0) und SV Walkertshofen (3:0) bezwungen werden konnten. „Danach haben wir erstmals ein Resümee gezogen und gesehen, dass wir oben mitspielen können und auch wollen“, so Auhagen.

Beim Verein aus der 1000-Einwohner-Gemeinde Neufraunhofen lief vor dem Winter aber nicht alles nach Plan. Nach zwei Niederlagen gewann man zwar weitere vier Spiele, musste vor dem Winter aber nochmal einen herben Dämpfer einstecken. Mit 4:0 verlor der SVN das Topspiel beim TV Schierling und gab neben der Tabellenführung auch die Gewissheit, es in der Rückrunde selbst in der Hand zu haben, ab. Genau in dieser Phase zeigte der Verein aber seine wohl größte Stärke: Die Kameradschaft. Mit einem Tross von über 40 Mann aus drei Mannschaften schwor sich der Verein beim Wintertrainingslager in Regensburg ein und legte den Grundstein für den Aufstieg.

Der große Zusammenhalt, sowohl im Team als auch im gesamten Verein, ist das Faustpfand der Schwarz-Weißen. Im regulären Trainingsbetrieb trainieren drei Mannschaften zeitgleich mit zum Teil 40 Mann auf einem Platz und schaffen so, wovon jeder Verein träumt: Freunde, die zusammen Fußball spielen. Diese Tatsache machte es zudem möglich, langfristige Ausfälle problemlos zu kompensieren. Insgesamt wurden beim SVN 26 Spieler mit einem Durchschnittsalter von 27 Jahren eingesetzt, drei Kicker unter 22 Jahren feierten ihr Debüt in der ersten Mannschaft.

In der Restrunde 2022 verlor der SV Neufraunhofen dann keines seiner verbleibenden neun Spiele (zwei Remis) und zeigte nicht zuletzt beim 2:1-Sieg im Spitzenspiel gegen Walkertshofen, was in der Mannschaft steckt. „Vor allem in der Rückrunde gingen die erfahrenen Akteure voran und ermöglichten es den jungen Spielern, sorgenfrei aufzuspielen“, schwärmt Coach Auhagen von seinem Team.

Als schließlich Torhüter und Kapitän Thomas Huber nach einem 5:3-Sieg im letzten Saisonspiel beim TSV Tiefenbach die Meisterschale in die Luft stemmte, kannte der Jubel im SVN-Lager keine Grenzen mehr. Als einzige Mannschaft im unteren Vilstal spielen die Schwarz-Weißen in der neuen Saison in der Bezirksliga, der „Niederbayerischen Champions League“, wie sie der ehemalige Vereinsvorstand und heutige Bürgermeister Anton Maier einst nannte. Mit der neugebauten Tribüne sowie einer ebenfalls neuen Flutlichtanlage ist das Neufraunhofener Waldstadion bestens für die neue, alte Spielklasse gerüstet.

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